
Der Markt für Datenbankmanagementsysteme war noch nie so fragmentiert. Der Redgate-Bericht “State of Database Landscape 2024” zeigt, dass 79 % der Unternehmen mindestens zwei verschiedene DBMS verwenden und fast 30 % mehr als fünf nutzen. Diese Vielzahl an Datenbank-Engines spiegelt zunehmend unterschiedliche technische Anforderungen wider, zwischen transaktionalen, analytischen und Echtzeitanwendungen.
Multi-Model DBMS: der Trend, den die Rankings ignorieren
Die meisten Softwarevergleiche für Datenbankmanagementsysteme präsentieren die Landschaft weiterhin aus der Perspektive des Duells SQL gegen NoSQL. Diese Sichtweise ist veraltet. Seit 2023 entwickeln mehrere große Anbieter Engines, die in der Lage sind, relationale Tabellen, JSON-Dokumente, Graphen und Zeitreihen innerhalb desselben Systems nativ zu verwalten.
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Dieser Multi-Model-Ansatz zielt darauf ab, die Robustheit von SQL-Abfragen mit der Flexibilität von NoSQL-Strukturen zu kombinieren, ohne die Softwarebausteine zu vervielfachen. Für die Data-Teams reduziert dies die Verwaltungsbelastung und begrenzt Integrationsprobleme zwischen heterogenen Datenbanken. Um das DBMS-Ranking auf Tech Mafia zu konsultieren, ermöglichen die detaillierten Blätter den Vergleich der Funktionen jeder Engine.
Der Redgate-Bericht bestätigt diese Dynamik: Die Anzahl der Unternehmen, die mehr als zwei DBMS verwenden, ist in drei Jahren um 17 % gestiegen. Multi-Model DBMS reagieren direkt auf diese Inflation, indem sie mehrere Anwendungen in einem einzigen Tool konsolidieren.
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SQL Server, MySQL, PostgreSQL: Wer dominiert die relationale Landschaft
Relationale DBMS behalten eine dominante Position in den Organisationen. Laut der Redgate-Umfrage, die 3.849 CIOs und DBAs in 15 Branchen befragte, bleibt SQL Server das am häufigsten in Unternehmen eingesetzte DBMS. MySQL und PostgreSQL vervollständigen das Spitzen-Trio, jeder mit einer eigenen Positionierung.
MySQL und PostgreSQL: zwei Open-Source-Philosophien
MySQL hat sich im Web-Entwicklung durch seine einfache Bereitstellung und eine massive Benutzer-Community durchgesetzt. PostgreSQL hingegen zielt auf anspruchsvollere Anwendungsfälle ab: komplexe Abfragen, strikte ACID-Konformität, Modularität.
Die Rückmeldungen aus der Praxis divergieren hinsichtlich der Wahl zwischen diesen beiden Engines für hochvolumige Anwendungen. PostgreSQL gewinnt an Boden in analytischen Projekten und in Umgebungen, in denen die Vielfalt der Datentypen zählt. MySQL bleibt eine pragmatische Wahl für klassische Webanwendungen, bei denen die Leseleistung im Vordergrund steht.
SQL Server: die Verankerung im Microsoft-Ökosystem
Die Widerstandsfähigkeit von SQL Server erklärt sich teilweise durch seine native Integration mit Azure und den Microsoft-Tools. Für Unternehmen, die bereits in diesem Ökosystem engagiert sind, stellt die Migration zu einem anderen DBMS hohe Übergangskosten dar. Die Überwachung der Leistung, die Verwaltung der Benutzer und die Backup-Dienste integrieren sich direkt in die bestehende Umgebung.
Cloud DBMS und DBaaS: wachsende Akzeptanz, offene Fragen
Managed Cloud-Datenbanken (DBaaS) ziehen zunehmend Organisationen an. Das Modell lockt mit dem Versprechen, die Verwaltungsbelastung zu reduzieren: automatische Updates, bedarfsgerechte Skalierbarkeit, integrierte Replikation.
Die verfügbaren Daten erlauben noch keine präzise Messung des Anteils von DBaaS im Vergleich zu On-Premise-Deployments. Der Redgate-Bericht zeigt jedoch, dass die Diversifizierung der DBMS in Unternehmen beschleunigt wird, und die Cloud-Angebote tragen erheblich dazu bei. Jeder Anbieter (AWS, Azure, Google Cloud) drängt seine eigenen Datenbankdienste, was zur Fragmentierung beiträgt.
- Latentkriterium: Echtzeitanwendungen erfordern Reaktionszeiten, die nicht alle DBaaS gleichwertig garantieren
- Datenportabilität: Die Migration von einem DBaaS zu einem anderen oder zu einem On-Premise-Deployment bleibt komplex, mit proprietären Formaten und Abhängigkeiten von den API des Anbieters
- Kosten im großen Maßstab: Die nutzungsabhängige Abrechnung kann über ein bestimmtes Volumen an Abfragen und Speicherplatz hinaus erheblich teurer werden als ein klassisches Deployment

Europäische Richtlinie 2024/2853: ein neues Auswahlkriterium für DBMS
Ein Aspekt, der in fast allen DBMS-Rankings fehlt, betrifft die Regulierung. Die europäische Richtlinie 2024/2853, die am 13. November 2024 verabschiedet wurde, erweitert das Haftungsregime für fehlerhafte Produkte auf Software. Diese Richtlinie muss bis zum 9. Dezember 2026 umgesetzt werden.
Konkret werden Anbieter von kommerziellen DBMS und DBaaS einer verstärkten objektiven Haftung ausgesetzt, wenn ein Softwarefehler die Sicherheit oder Integrität der Daten beeinträchtigt. Für Unternehmen, die 2024-2025 ein DBMS auswählen, verändert diese Richtlinie die Rahmenbedingungen in mehreren Punkten:
- Die Anbieter proprietärer Lösungen müssen im Falle von Datenverlust oder -korruption aufgrund eines Softwarefehlers eine direkte Verantwortung übernehmen
- Die “verwandten” DBaaS-Dienste, deren Fehlen ein Produkt funktionsunfähig machen würde, fallen in den Anwendungsbereich der Richtlinie
- Open-Source-DBMS ohne kommerziellen Support könnten sich in einer rechtlichen Grauzone befinden, da die Verantwortung keinen klar identifizierten Träger hat
Dieser regulatorische Rahmen macht die Wahl zwischen community-basierten Open-Source-DBMS und DBMS mit kommerziellem Support strukturierender als zuvor. Die vertragliche Garantie eines Anbieters wird zu einem eigenständigen Auswahlkriterium, ebenso wie die Leistung oder die Funktionen.
Technische Kriterien zur Auswahl eines geeigneten DBMS für das eigene Unternehmen
Über die Rankings nach Beliebtheit hinaus hängt die Wahl eines DBMS von konkreten Parametern ab, die selten hervorgehoben werden. Die Art der Abfragen (kurze transaktionale oder lange analytische), das Datenvolumen, die Anzahl gleichzeitiger Benutzer und die Verfügbarkeitsanforderungen lenken auf sehr unterschiedliche Architekturen.
Ein DBMS, das bei intensiven Lesevorgängen leistungsstark ist, ist nicht unbedingt bei gleichzeitigen Schreibvorgängen leistungsfähig. PostgreSQL glänzt bei komplexen analytischen Abfragen. Redis, als In-Memory-Datenbank, erfüllt die Anforderungen an Cache und Echtzeit. MongoDB verwaltet die Flexibilität der Schemata für Anwendungen, bei denen sich die Datenstruktur häufig ändert.
Die Überwachung der Leistung bleibt ein unterschätztes Thema. Ein geeignetes Monitoring-Tool für das gewählte DBMS ist entscheidend, um Engpässe zu identifizieren, bevor sie die Benutzer beeinträchtigen. Der Redgate-Bericht hebt zudem hervor, dass die zunehmende Komplexität der Multi-DBMS-Umgebungen diese Überwachung schwieriger zu zentralisieren macht.
Die Landschaft der DBMS im Jahr 2024 lässt sich nicht auf ein festes Ranking reduzieren. Die Vielzahl an Engines pro Unternehmen, das Aufkommen von Multi-Model-Architekturen und das bevorstehende Inkrafttreten der Richtlinie 2024/2853 verschieben die Auswahlkriterien. Die Wahl eines DBMS bedeutet nun, zwischen technischer Leistung, Betriebskosten, Portabilität und rechtlicher Exposition abzuwägen.